Die Shoa in Schule und Öffentlichkeit Erfahrungen, Erwägungen, Empfehlungen

Die Shoa ist ein Pflichtthema für den Unterricht und omnipräsent in der Öffentlichkeit. Im Umfeld des «Tag des Gedenkens an den Holocaust» vom 27. Januar finden an zahlreichen Orten schuli- sche Aktivitäten statt. Am Samstag, 21. Januar 2012, organisiert die PH FHNW eine Veranstaltung zum Umgang mit der Shoa in Schule und Öffentlichkeit. Hier tauschen Fachleute aus ver- schiedensten Institutionen (Schulen, Hochschulen, geschichtskul- turelle Öffentlichkeit) ihre praktischen Erfahrungen und daraus ab- geleitet ihre empirischen Erkenntnisse und theoretischen Erwä- gungen aus und überlegen gemeinsam in verschiedenen Work- shops, wie die Shoa im regulären Unterricht und am Gedenktag thematisiert werden kann. 

Die Plenarversammlung der EDK beschloss am 12. Juni 2003, den «Nationalen Tag des Gedenkens an den Holocaust und der Verhütung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit» ab 2004 jeweils am 27. Januar durchzuführen. Drei Aspekte des Themas wurden festgelegt: die Erinnerung an den Holocaust, die Erinne- rung an die Genozide, die die Geschichte Europas im 20. Jahrhundert prägten, Überlegungen zu den Menschenrechten, zur To- leranz sowie zum interreligiösen und interkulturellen Dialog.

Es gibt Argumente dafür, Völkermorde in der Schule nicht aufzu- greifen: Das Sichtbarmachen von abscheulichen Verbrechen kann schockieren oder abstumpfen. Es wird auch argumentiert, dass Schule nicht der richtige Ort sei, Schreckliches zu thematisieren. Dafür sei ein geschützter Rahmen mit anderen Kommunikations- formen besser geeignet. Auch wird darauf hingewiesen, dass die multikulturelle Zusammensetzung von Lerngruppen ein Konfliktpo- tential in sich berge.

Trotzdem haben viele Lehrpersonen unterschiedlicher Stufen, Do- zierende vieler Hochschulen und Akteure verschiedenster ge- schichtskultureller Institutionen in den letzten Jahren Erfahrungen in der Thematisierung der Shoa gemacht, diese Erfahrungen zum Teil systematisch ausgewertet und ihre Konzepte und Theorien dazu geschärft. An der Tagung wird ein Reflexionsfeld aufge- spannt, das einerseits die Zielgruppen möglicher Vermittlungsakti- vitäten unterscheidet (Schüler/innen der Primar- und Sekundarstu- fen I und II; Studierende in Hochschulen; Öffentlichkeit in ge- schichtskulturellen Institutionen und mittels Medien) und das ande- rerseits die drei didaktischen Grundfragen nach Zielen, Themen und Inszenierungen beleuchtet.

Diese auf die Vermittlungspraxis ausgerichtete Veranstaltung ist bereits die dritte im Rahmen des Zyklus der PH FHNW «Erinnerung – Verantwortung – Zukunft: Gedenktag an die Verbrechen gegen die Menschlichkeit». 

Die Tagung ist öffentlich. Interessierte melden sich bis zum 12.01.2012 an bei: Daniela L. Prina, Zentrum Politische Bildung und Geschichtsdidaktik, ife.politischebildung-geschichtsdidaktik.ph@fhnw.ch