Neu erschienen: Dossier «Schule, Religion und Säkularisierung: konfessionelle und säkulare Perspektiven», Recherches en éducation, Nr. 61

Herausgegeben von Jean-Charles Buttier und Anne-Claire Husser

Die in dieser Ausgabe gesammelten Artikel hinterfragen die Modalitäten der Schulbehandlung von Religion in Kontexten, die von Säkularisierung und demokratischen Forderungen geprägt sind. Aus vergleichender (Frankreich, Schweiz, Italien, Belgien) und multidisziplinärer Perspektive (die historische, soziologische, didaktische und philosophische Ansätze kombiniert) untersuchen sie, wie Bildungssysteme – säkular, konfessionell oder neutral – die Vermittlung von Wissen, bedingtem Pluralismus und Anforderungen an Wissenschaft durch Bildungspolitik und Lehrpraktiken im Bereich der Bürgerbildung und des religionsbezogenen Unterrichts artikulieren. Weit entfernt von einer eindeutigen Lesart des Austritts aus der Religion verdeutlichen diese Beiträge die Komplexität der Dynamiken der Säkularisierung in demokratischen Schulen.

Inhalt
Jean-Charles Buttier und Anne-Claire Husser: Leitartikel – Schulkonfigurationen der Religion im Kontext der Säkularisierung 

Guillaume Silhol: Politisierung und Requalifizierung der «religiösen Kultur»: Eine Soziologie pädagogischer Kontroversen über den Religionsunterricht in Italien (1974–1984)

Diane-Sophie Girin: «Muslim zu sein heißt, sein Land zu lieben.» Religionsunterricht und Bürgerbildung an muslimischen Grundschulen

Valérie Opériol: Wie geht man in der Grundschule in einem säkularen Kontext mit Religionen um: Ziele, Schwierigkeiten, Widersprüche?

Claire Placial: Die Bibel auf Französisch in öffentlichen Schulen lesen. Vergleichende Ansätze (Frankreich, Belgien)

Frédéric Mole: Soziale Gerechtigkeit am Horizont einer Moral ohne Gott: die Mutationen des Heiligen in Ferdinand Buisson

Anne-Claire Husser und Jean-Charles Buttier: Der Platz des Heiligen in einer pluralistischen Schule: Politische und didaktische Fragen

https://journals.openedition.org/ree/13938

Neuerscheinung: Enseigner l’histoire au primaire et au secondaire. Objets, fondements et modalités d’une « didactique de l’enquête »

Welche Gegenstände kann man im Geschichtsunterricht unterrichten? Welche erkenntnistheoretischen, pädagogischen und psychopädagogischen Grundlagen unterstützen die zeitgenössischen Orientierungen im Geschichtsunterricht? Welche Wege kann der Lehrer einschlagen, um Geschichte in Übereinstimmung mit diesen Orientierungen zu lernen? Wie gestaltet man eine Unterrichtssequenz?

Das Ziel der kürzlich erschienenen Publikation von Jean-Louis Jadoulle ist es, eine neue Sichtweise auf diese und weitere zentrale Fragen des Geschichtsunterrichts vorzuschlagen und so Lehrkräften sowohl der Primar- als auch der Sekundarstufe praktische Handlungsmöglichkeiten zu präsentieren, die dem Stand des Wissens in der Didaktik der Geschichte und den in den wichtigsten Bildungssystemen in der Frankophonie geltenden Programmen entsprechen.

Zukünftige Grund- und Sekundarschullehrer finden hier Ressourcen, um ihre beruflichen Fähigkeiten zu entwickeln, und ihre Ausbilder unterstützen ihren Unterricht.

Weitere Informationen auf der Website des Verlags: https://www.editionsjfd.com/boutique/sciences-de-leducation-1231/enseigner-lhistoire-au-primaire-et-au-secondaire-11836

Neuerscheinung: Le temps historien comme objet d’enseignement-apprentissage

Die Konzepte der historischen Methode, des historischen Denkens, der historischen Literatur und des historischen Bewusstseins sind seit mehr als drei Jahrzehnten Gegenstand zahlreicher Arbeiten, sowohl in der englischsprachigen als auch in der französischsprachigen Welt. Dagegen ist die historische oder historische Zeit sehr selten Gegenstand der Aufmerksamkeit von Forschern in der Didaktik der Geschichte.

Ziel des bald erscheinenden Buches von Jean-Louis JadoulleGaël Pirard und Sarah Lapré ist es, eine Definition der historischen Zeit als Gegenstand des Lehrens und Lernens vorzuschlagen. Diese Definition basiert auf den Arbeiten epistemologischer Natur, die von Historikern und Didaktikern der Geschichte, hauptsächlich in der Frankophonie und in der angelsächsischen Welt, durchgeführt wurden. Sie stützt sich auch auf eine Neuinterpretation des Denkens von vier repräsentativen Figuren der westlichen philosophischen Tradition (Aristoteles, heiliger Augustinus, Kant, Heidegger) und den Forschungen des Philosophen und Epistemologen Paul Ricœur. So auf einer vierfachen Grundlage, philosophisch, historisch, erkenntnistheoretisch und didaktisch, wird das Konzept der historischen Zeit endlich operationalisiert, um es den Lehrern zu ermöglichen, den Unterricht zu planen und den Forschern, sich ihm als Untersuchungsobjekt zu nähern.

Mehr Informationen auf der Website des Verlags: https://www.pulaval.com/livres/le-temps-historien-comme-objet-d-enseignement-apprentissage

«Geschichtsdidaktik – eine eigenständige Disziplin» ist erschienen

Durch ihre Institutionalisierung, Verwissenschaftlichung und Professionalisierung hat sich die Geschichtsdidaktik in der deutschsprachigen Schweiz zu einer eigenständigen Disziplin entwickelt. Mit der DGGD ist eine berufspolitische Organisation entstanden, die Forschung und Entwicklung fördert und Perspektiven des schulischen Fachs Geschichte aufzeigt. Die von Béatrice Ziegler herausgegebene DGGD-Publikation stellt die geschichtsdidaktische Community der Schweiz mit ihren Akteur*innen, Institutionen und Projekten vor

Das Buch ist hier als Print bestellbar oder als open access PDF downloadbar.

Neues Lehrmittel «Nichts über uns ohne uns»

Noch nie haben heute in der Schweiz lebende Angehörige der Bevölkerungsgruppen der Jenischen, der Sinti:zze und der Rom:nja so unmittelbar aus ihrer Gegenwart, ihrer Kultur und ihrem Erleben erzählt, wie im neuen Lehrmittel «Jenische – Sinti – Roma». Getreu dem Leitmotiv «Nichts über uns ohne uns» haben sich Vertreter:innen der Minderheiten in einer Arbeitsgruppe mit NGOs und einem Team der Pädagogischen HochschuleZürich organisiert. Durch diesen zeitgemässenp artizipativen Ansatz haben sie das Lehrmittelprojekt massgeblich geprägt. Stossrichtung und Ziel des Lehrmittels ist die Rassismusprävention. Das Lehrmittel «Jenische – Sinti – Roma» eignet sich für den Unterricht in der Mittelstufe(ab 5. Klasse) und erscheint als Open-Source-Angebot auf der Website der Stiftung Erziehung zur Toleranz (SET). Zusätzlich gibt es eine gedruckte Begleitpublikation.

Vernissage: Freitag, 31. März 2023, 17 bis ca. 19 Uhr. Pädagogische Hochschule Zürich, Lagerstrasse 2, 8090 Zürich

Neuerscheinung zur DGGD

Béatrice Ziegler / Martin Nitsche
Die Geschichtsdidaktik in der deutschsprachigen Schweiz – eine eigenständige Community?
in: Österreichische Zeitschrift für Geschichtswissenschaften. Bd. 32 Nr. 2 (2021):  Geschichtsdidaktik. Zur Formierung einer Disziplin.

Abstract: History Education in German-Speaking Switzerland – A Distinct Community of Its Own?With the professionalization of teacher training at Swiss universities of teacher education starting in the 2000s, subject didactics have come to see themselves as scientific disciplines. Following Rudolf Stichweh’s definition of scientific discipline and community, this article discusses the extent to which those working in history education in German-speaking Switzerland have formed a scientific community. In this context, the Swiss-German Society for History Didactics (DGGD), founded in 2008, is interpreted as a framework in which a “sufficiently homogeneous communication context” (Stichweh) can unfold. Based on the minutes of the DGGD, interviews and a questionnaire survey among the members, we also examine career structures, or rather the socialization process, as well as the corpus of scientific knowledge and the self-image with regard to a specific expertise or competence. 


Eben erschienen: «The Teaching of the History of One’s Own Country»

The question concerning the importance of history teaching at school is closely linked to the one concerning the mediation of the history of one’s own country. Over the past few years discussions and debates about its meaning, content and functions have, however, increased. But the mediation of the history of one’s own country is a precarious undertaking.

The volume presents theoretical considerations, empirical studies and practical case examples from a comparative and international perspective. In different states and school systems it becomes clear how the history of one’s own country or the nation is conveyed and against what political and social background this happens.

Einleitung

Buchseite des Verlages