Neuerscheinung: Le temps historien comme objet d’enseignement-apprentissage

Die Konzepte der historischen Methode, des historischen Denkens, der historischen Literatur und des historischen Bewusstseins sind seit mehr als drei Jahrzehnten Gegenstand zahlreicher Arbeiten, sowohl in der englischsprachigen als auch in der französischsprachigen Welt. Dagegen ist die historische oder historische Zeit sehr selten Gegenstand der Aufmerksamkeit von Forschern in der Didaktik der Geschichte.

Ziel des bald erscheinenden Buches von Jean-Louis JadoulleGaël Pirard und Sarah Lapré ist es, eine Definition der historischen Zeit als Gegenstand des Lehrens und Lernens vorzuschlagen. Diese Definition basiert auf den Arbeiten epistemologischer Natur, die von Historikern und Didaktikern der Geschichte, hauptsächlich in der Frankophonie und in der angelsächsischen Welt, durchgeführt wurden. Sie stützt sich auch auf eine Neuinterpretation des Denkens von vier repräsentativen Figuren der westlichen philosophischen Tradition (Aristoteles, heiliger Augustinus, Kant, Heidegger) und den Forschungen des Philosophen und Epistemologen Paul Ricœur. So auf einer vierfachen Grundlage, philosophisch, historisch, erkenntnistheoretisch und didaktisch, wird das Konzept der historischen Zeit endlich operationalisiert, um es den Lehrern zu ermöglichen, den Unterricht zu planen und den Forschern, sich ihm als Untersuchungsobjekt zu nähern.

Mehr Informationen auf der Website des Verlags: https://www.pulaval.com/livres/le-temps-historien-comme-objet-d-enseignement-apprentissage

Nationale Wanderausstellung zur Geschichte fürsorgerischer Zwangsmassnahmen

Ende Oktober 2025 startete in Lausanne die nationale Wanderausstellung «VERSORGT. VERDINGT. VERGESSEN?». Sie beleuchtet die Schweizer Geschichte der fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen sowie ihrer Aufarbeitung und trägt sie in alle Landesregionen.

Die Ausstellung gibt Einblick in persönliche Lebensgeschichten von Betroffenen, zeichnet den langen Weg der politischen Aufarbeitung nach und vermittelt die Erkenntnisse der wissenschaftlichen Forschung. Sie zeigt, wie die Fürsorgerischen Zwangsmassnahmen organisiert und legitimiert wurden, und welche Folgen sie bis heute haben.

Die Ausstellung ist Teil der offiziellen Aufarbeitung der Geschichte von Fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen in der Schweiz und findet im Rahmen des Programmes des Bundes «erinnern für morgen» statt.

Tourneestationen der Ausstellung

  • November 2025 – März 2026:  Musée Historique Lausanne
  • April – Oktober 2026: Museum Luzern
  • Dezember 2026 – Mai 2027: Museum Allerheiligen Schaffhausen
  • Mai – Oktober 2027: Castelgrande Bellinzona
  • November 2027 – Februar 2028: Kornhausforum Bern

Plakatausstellung «LEBENSGESCHICHTEN»

Gemeinsam mit Kolleg:innen aus Deutschland und Österreich haben Dozierende von der PHLU und der PHSG die Plakatausstellung «LEBENSGESCHICHTEN» entwickelt. Sie stellt acht Zeitzeug:innen des gleichnamigen digitalen Lernangebots vor, die im Nationalsozialismus aus unterschiedlichen Gründen verfolgt worden sind. Die Plakate ermöglichen einen persönlichen Zugang zum Thema und ein inklusives Erinnern und können beispielsweise zum Holocaust-Gedenktag am 27. Januar eingesetzt werden.  Die Plakate in Druckauflösung und ein Guide für Lehrpersonen können als PDF hier herunterladen werden: 

https://netzwerkpublichistory.ch/projekte-produkte/lebensgeschichten

Weitere Informationen:

Ausstellung «kolonial – Globale Verflechtungen der Schweiz» im Landesmuseum Zürich

Basierend auf neusten Forschungsresultaten, anhand von konkreten Beispielen und illustriert mit Objekten, Kunstwerken, Fotografien und Dokumenten bietet die Ausstellung im Landesmuseum Zürich erstmals einen umfassenden Überblick über die koloniale Verflechtungsgeschichte der Schweiz. Mit Aktualitätsbezügen geht sie ausserdem der Frage nach, was das koloniale Erbe für die Schweiz der Gegenwart bedeutet.

Die Ausstellung ist offen bis am 19. Januar 2025.

https://www.landesmuseum.ch/kolonial

Dossier zur Tagung «An die Opfer des Nationalsozialismus erinnern» ist publiziert

Vor gut einem Jahr führte die PH Zürich in Zusammenarbeit mit der IHRA die Tagung «An die Opfer des Nationalsozialismus erinnern: Einblicke in die Aus- und Weiterbildung der Schweizerischen Lehrer:innenbildung» (3. Mai 2023) durch.

In der Zwischenzeit konnten Sabina Brändli und Jonas Dischl ein Dossier zur Tagung zusammenstellen, das sie allen nun sehr gerne unter https://doi.org/10.5281/zenodo.11118635 zur Verfügung stellen.

Wege zur Schweiz

Das Projekt «Wege zur Schweiz» widmet sich im öffentlichen Raum den historischen Entwicklungen der Schweiz. Geschichte verläuft selten linear und weist keinen Endpunkt auf. Sie ist vielschichtig und mehrdimensional. Zur Schweiz, wie wir sie heute kennen, führten viele politische, soziale und militärische Wege.

Der Sonderbundsweg ist der erste Weg des Projektes und behandelt Themen rund um den Sonderbundskrieg von 1847. Er führt von Sins (AG) über Rotkreuz (ZG) nach Gisikon (LU) und ist 13 km lang. Der Weg verbindet drei Kantone und lässt die Zeit des Sonderbundskriegs in 13 Etappen in der Landschaft erleben.

Weitere Informationen: Wege zur Schweiz (wege-zur-schweiz.ch)